Montag, 8. August 2011

Gutes Ergebnis bei der Gruppenaufgabe zur Lerneinheit Medienproduktion...aber muss es wirklich immer um WBTs gehen?


Unsere Lerngruppe die ez-Learners hat zusammengearbeitet, um ein Szenario zu einem fiktiven WBT zu entwickeln, wo wir verschiedene Medien (Text, Video, Bild und Ton) zum Einsatz gebracht haben.

Ich finde, unser Ergebnis war sehr gut. Wir haben uns einige gute Ideen ausgedacht. Von der Kreativität unserer Gruppe bin ich immer wieder beeindruckt. Wenn wir die ez-Beratungsfirma wären, würden wir sehr effektiv sein, weil wir verschiedene Stärken haben und uns sehr gut ergänzen.

Der Prozess der Zusammenarbeit ist uns auch gelungen. Ich finde wir arbeiten sehr produktiv zusammen mit viel Engagement und gegenseitigem Respekt.

Bei unserem Ergebnis fehlt mir ein bisschen das Gesamtbild, dh. es ist kein fertig bearbeiteter e-Learning Kurs, sondern das Ergebnis eines Brainstormings. Wenn wir wirklich die ez-eLearning Berater wären, würden wir natürlich weiter an dem Dokument arbeiten, damit ein integriertes Kursdesign daraus entstehen kann.

Das Dokument, dass ez-Julia zusammengestellt hat, war gut strukturiert, übersichtlich und attraktiv. Mir haben die Icons sehr gut gefallen, die verschiedene Phasen eines Beratungsgesprächs darstellen. Kreative Ideen in einer ansprechenden Verpackung.

Wäre ich zu einem anderen Ergebnis gekommen?

Im Rahmen dieser Aufgabe wäre ich wahrscheinlich nicht zu einem anderen Ergebnis gekommen. Es war vorgegeben, dass wir dieses Thema mit einem WBT behandeln sollen. Ich denke, wir als Gruppe haben viele Ideen zu dieser Aufgabe hervorgebracht. Wenn wir es alle einzeln gemacht hätten, hätten unsere individuellen Ergebnisse in sich vielleicht stimmiger, aber der große Vorteil von der Zusammenarbeit ist die Reichlichkeit an Ideen.

Tatsächlich hätte ich kein WBT für dieses Thema eingesetzt. Das Thema lautet „Ablauf eines Beratungsgesprächs: Wie man ein Beratungsgespräch optimal strukturiert“. Für dieses Thema ist meiner Meinung nach ein WBT eigentlich nicht die beste Lösung. Ich hätte mich für eine realitäts-nähere Methode entschieden (one-on-one coaching, cognitive apprenticeship, usw.) Wenn ein WBT trotzdem gewünscht wäre, würde ich es mit anderen Methoden ergänzen. Mann könnte zum Beispiel mit dem WBT anfangen, um die Grundlagen zu präsentieren. Danach würde ich gleich in eine Praxis Phase übergehen, wo die Lernenden das erworbene Wissen ausprobieren und gecoached werden können.

Erwünscht: weniger WBTs, mehr konstruktivistische Szenarien


Ich finde es eigentlich schade, dass wir als Studierende immer wieder mit Gruppenaufgaben konfrontiert werden, wo es fast ausschließlich um WBTs geht. WBTs sind zwar ein fester Bestandteil des e-Learnings, aber ich wünschte mir, dass wir in unseren Gruppenaufgaben auch die innovativeren und aktuelleren Formen des e-Learnings zum Einsatz bringen könnten. WBTs sind lediglich die Web Version von CBTs, welche seit Jahren im Einsatz und nicht immer besonders effektiv sind. Viel aktueller sind für mich die kollaborativen und kommunikativen Aspekte des eLearnings (so genannte eLearning 2.0). Mehr davon bitte!


Donnerstag, 14. Juli 2011

Web 2.0 bietet ein Potenzial, die Lernlandschaft zu transformieren


"Der Begriff Web 2.0 umreißt eine neue Sicht auf das Internet. Das Internet wird dadurch noch stärker dazu beitragen, dass das Lernen effektiver wird und sich unsere Bildungslandschaft dramatisch verändert." Kann man das „so“ sagen?


Ja!


Web 2.0 hat grosses Potenzial, das Lernen und die Bildungslandschaft zu transformieren. Das kommt aber nicht von allein. Es benötigt von Lernenden sowie Lehrenden ein neues Bewusstsein und neues Handeln, um die Potenziale von web 2.0 zu verwirklichen.


Neue Werkzeuge zur Unterstützung des social constructivism


Web 2.0 Technologien geben uns die Möglichkeit, das Lernen aktiver und deswegen effektiver nach den Prinzipien von social constructivism zu gestalten. Ein zentraler Aspekt für mich ist die Wandlung des Lerners vom consumer zum creator. Der traditionelle Lerner rezipiert was der Autor (die Lehrperson) produziert. In dieser Rolle ist er passiv während die Lehrperson aktiv ist. Dieser Ansatz hat unsere Bildungslandschaft seit sehr langem geprägt.


Es hat auch das elearning geprägt. Beim so genannten elearning 1.0 ging es hauptsächlich um die Darstellung von Inhalt und weniger darum, die Lernenden zu authentischen Lernaktivitäten anzuregen. (Medien als Übermittler von Wissen statt Bildungsmedien als Lernangebote.) Elearning 1.0 hat sich schon längst als gescheitert gezeigt.


Mit web 2.0 Technologien können Menschen jetzt an kommunikativen und kollaborativen Prozesse über Grenzen hinweg teilnehmen, was in der Welt von elearning 1.0 gar nicht möglich war. Darüber hinaus rückt bei web 2.0 der Lerner in den Mittelpunkt, und der Fokus ist eher auf den Lernprozess als nur der Lehrprozess gerichtet.


Gesucht: neudenkende und neuhandelnde medienkompetente Lerner und Lehrpersonen


Allein die Erscheinung von neuen web 2.0 Technologien bringt keine Garantie auf besseres Lernergebnis mit sich. Ihre Effektivität als Lernwerkzeuge kommt ganz auf die Nutzung an und fast gar nicht auf die technischen Features.


Dies stellt neue Anforderungen an Lernende und Lehrende.


Um erfolgreich im Web 2.0 Ozean schwimmen zu können, müssen sich Lerner sowie Lehrende einfach neue skills aneignen. Sie müssen ihr Medienbewusstsein und Medienkompetenz erhöhen. Web 2.0 Tools mögen sich intuitiv anfühlen, aber der See ist doch tief und breit, und ohne Strategien und Know-How kann man schnell ertrinken.


Medienkompetenz sollte unbedingt überall geschult werden, damit wir die Potenziale die das Web 2.0 birgt, realisieren können.


Neben neuen skills müssen wir zu permanenten selbst gesteuerten Lernern werden. Das Internet ist unsere wichtigste Quelle, und klug benutzt, kann es zu einem effektiven alltäglichen Lernwerkzeug werden.


Von Lehrpersonen benötigt es, dass sie web 2.0 Tools sinnvoll einsetzen.Nach Kerres gewinnt ein Tool seinen Mehrwert nur in spezifischen kommunikativen Situationen. Die kluge Nutzung bestimmt ob ein Tool nur Spielzeug oder Instrument des Lernens ist.


Lehrende sollten web 2.0 Werkzeuge immer in ein gut durchdachtes didaktisches Design einbetten. Der Job einer learning 2.0 Lehrperson ist es, ein Umfeld zu schaffen, damit die Lerner zusammen und auch alleine ihr eigenes Wissen und Werte kreieren können.


Real-world Beispiel von einer web 2.0 Lernkultur im Unternehmen


Ich habe eine sehr effektive web 2.0 Lernkultur bei einem meiner Kunden erfahren. Es ist ein großes internationales Unternehmen in den Niederlanden. Ihre Mitarbeiter sind überall auf der Welt verstreut, deshalb sind die meisten formellen Trainingkurse online oder höchstens blended. In den Kursen praktizieren sie einen social constructivist Ansatz. Lerner bearbeiten als Lerngegenstände eigene Projekte, Probleme, usw. mit Unterstützung von anderen Teilnehmern sowie von ihrer internen social networking community und auch Mitarbeitern und Vorgesetzten direkt am Arbeitsplatz. Die Kursteilnehmer coachen einander gegenseitig und geben einander formelles Feedback anhand von Kriterienlisten.


PowerPoint Präsentationen oder ähnliches von der Lehrperson kommen selten vor, denn die Lernenden kreieren ihr eigenes Wissen statt nur vorgekaute Informationen von der Lehrperson zu konsumieren.


Die Kurse sind motivierende Ereignisse, genau deswegen weil Teilnehmer mit einander über Grenzen hinweg kommunizieren und gemeinsam Inhalte direkt aus der realen Welt bearbeiten.

In dieser Branche muss man als technischer Mitarbeiter ständig lernen. Das Unternehmen könnte nie genug formelle Kurse anbieten, um diesen Lernbedarf zu decken. Vieles wird informell durch ihre interne „community of experts“ gelernt und gelehrt, wo man Mitarbeiter mit gewünschten Fertigkeiten oder Wissen suchen kann. Man kann durch dieses Tool ihr internes support network aufbauen. Dadurch dass es nicht verboten sondern gefördert wird, sich in diesem Netzwerk während der Arbeitszeit zu bewegen, bekommt man in der Regel sehr schnell eine Antwort auf Fragen. (Bildungsprobleme ad hoc von der internen community gelöst. Herrlich!) Dazu gibt es ein internes unternehmensweites Wiki, das rasant wächst, sowie sämtliche Foren und andere Kommunikationskanäle.


Dieses Beispiel zeigt ganz deutlich, dass eine lebendige und multidirektionale Web 2.0 Kultur existieren kann. Ich bin fest davon überzeugt, dass das in Bildungskontexten genau so möglich ist.


eLearning 2.0: social netlearning


Ich glaube dass das größte unerschöpfte Potenzial von web 2.0 für online learning die Verknüpfung von Lernen und social networks ist--sowie in informellen als auch in formellen Lernsituationen. Man könnte das „social netlearning“ nennen.


Warten wir nun auf die „Killer App“? Etwa so etwas wie ein Learnbook? Oder muss die „Revolution“ erstmal in unseren eigenen Köpfen passieren, bevor die vielen Tools, die bereits existieren, erst sinnvoll genutzt werden können?


Die Marktforschungsfirma Nielsen hat festgestellt, dass etwa 25% aller Internet Aktivität in den USA bereits in social networks passiert. Tendenz steigend. Wenn man social networking mit Lernen zusammen bringen könnte, würde das sogar viel mehr Potenzial von web 2.0 in unserer Lernlandschaft auslösen. Why not go where people already are?


In Deutschland boomen Facebook und Social Netzwerke mittlerweile auch. Viele sehen das kritisch, was teilweise vorteilhaft ist. Man sollte aber mit „kritisch sein“ nicht übertreiben, denn zu viel Kritik kann auch Kreativität und Innovation töten. Ich bin der Meinung, dass wir als Studenten von neuen Medien genau diejenigen sind, die neue Formen des Lernens erforschen, erfinden, und ausprobieren sollten.


Ausblick


Web 2.0 ermöglicht uns ein enormes Lernpotenzial. Das passt zu diesem Zeitalter, in dem das Lernen wichtiger denn je ist. Die Welt ändert sich ständig und immer schneller. Dies benötigt, dass wir selbstgesteuerte lebenslange Lerner werden.


Ich stelle mir eine Welt vor, in der viele eigene PLEs haben, die eine persönliche „Lernwelt“ enthalten, die auch mit anderen geteilt werden können. Ich stelle mir eine Welt vor, in der Lernende durch social networks und ähnliches regelmäßig formelle sowie informelle Lernerfahrungen mit anderen aus allen Ecken der Welt haben können.


Ich stelle mir eine Welt vor, in der das Internet unsere Lernpotenziale weit verbreitet. Natürlich gibt es Hürden zu überwinden und Gefahren zu vermeiden, aber die Chancen übertreffen bei weitem die Risiken.


You may say I’m a dreamer. But I’m not the only one.

Montag, 20. Juni 2011

Tipps zum Projektmanagement Erfolg


Das ursprüngliche Projekt, der Internetauftritt der Kinder und Bildung e.V. ist abgeschlossen. Der Arbeitsprozess ist leider nicht immer ganz reibungslos verlaufen. Hier nun ein paar Tipps, damit die künftige Arbeit produktiver gestaltet werden kann. Das gilt erst einmal für die Wartung der Internetseite aber noch mehr für gemeinsame Projekte, die die Kinder und Bildung e.V. in Zukunft unternimmt.


Anmerkung vorab: Ehrenamtliche Arbeit bringt ihre eigenen Herausforderungen, die überwunden werden müssen. Die Verbindlichkeit der Arbeit ist nicht auf dem gleichen Niveau wie bei hauptamtlicher Arbeit. Deshalb sollte man überlegen, ob es sinnvoller ist, künftige Projekte auf Honorarbasis zu gestalten.


Rollen klar definieren


Um eine reibungslose Arbeit gewährleisten zu können, ist es wichtig, die Rollenaufteilung ganz klar zu definieren. Jeder sollte von vornherein seine eigene Rolle verstehen und in der Lage sein, die entsprechende Verantwortung für diese Rolle zu übernehmen. In der Phase der Projektdefinition sollte jedes Projektteammitglied seinen benötigten Zeitaufwand (Arbeitsstunden) so gut wie möglich einschätzen. Ihnen sollen von Anfang an bewusst sein, was für ein Zeitaufwand das Projekt benötigt.


Zudem hat Kinder und Bildung e.V. die Herausforderung, dass eigene Projektteammitglieder auch im Vorstand sind. Im Sinne von Projektmanagement sind sie gleichzeitig Auftraggeber und Auftragnehmer. Deswegen ist es noch wichtiger, die Rollen klar zu definieren und sich bewusst an einige Spielregeln zu halten, damit künftige Projekte reibungsloser und produktiver verlaufen können.


Vor allem sollten alle Teammitglieder das Ganze überhaupt als Projekt verstehen. Sie sollten ein Bewusstsein für das Projekt als Projekt entwickeln. Sie sollten ihre Rollen ernst nehmen und glauben, dass die Zeitinvestition sich lohnt, die man dem Projekt widmen muss.


Motivation + alignment = Verantwortung übernehmen


Blockaden oder mögliche Schwierigkeiten sollten ganz am Anfang ausdiskutiert werden. Gleich sollten auch mögliche Lösungen besprochen werden, sodass eine Art Krisenplan von Anfang an gemeinsam erstellt werden kann. Wenn etwas im Laufe des Projektes irgendwie schief gehen sollte, dann weiss jeder Bescheid, was dagegen zu tun ist.


Jeder sollte den Zielen des Projekts zustimmen und auch innerlich im Einklang mit den Zielen sein, damit keine unerwünschten innerlichen Blockaden entstehen.


Mögliche Blockaden und besondere Herausforderungen auszusprechen kann eine motivierende Wirkung haben, denn dadurch werden viele „Energien“ freigesetzt.


Motivation ist die invisible magic, die den Erfolg eines Projektes beflügelt. Jeder Projektmanager wünscht sich ein motiviertes Team, und es wäre empfehlenswert daran zu denken, wie man die Motivation eines Teams anregen und aufrechterhalten kann.


Ein enthusiastischer Projektmanager, der mit Elan und Engagement selbst arbeitet, kann ein gutes Vorbild für das Team sein und eine positive Atmosphäre schaffen, die für den ganzen Projektsverlauf anhalten sollte.


Kommunikation und Transparenz


Alle wesentliche Arbeitsschritte sollten für alle Beteiligten jederzeit transparent sein.

Jeder sollte auch seine eigene Arbeitsschritte für das ganze Team sichtbar machen, damit die Zusammenarbeit leicht zu überschauen ist und optimal funktionieren kann. Dieses Meta-Verständnis dient dem Projektcontrolling und kann zudem einen positiven „sozialen Druck“ erzeugen. Es kann auch eine positive Wirkung auf die Motivation der Teammitgleider haben. Für die Festhaltung der Arbeitsschritte könnte das Team eine Dokument Sharing Werkzeug wie z.B. Google Docs einsetzen.


Transparente und offene Kommunikationen können durch Tools wie einen Email Verteiler verstärkt werden. Ein Web-Forum könnte auch eingesetzt werden, um den Kommunikationsfluss zu erleichtern. Konkrete Arbeitsschritte können hier diskutiert werden sowie neue Ideen und andere Überlegungen ausgetauscht werden.


Jeder im Team sollte auch das Recht haben, eine Art Warn-Flagge einzusetzen, wenn das Projekt droht zu scheitern bzw. aus dem Zeitplan zu rutschen. Hierbei können alle über mögliche Reibungspunkte informiert werden, und kurzfristige „Krisensitzungen“ organisiert werden, in denen die Teammitglieder brainstormen können und gemeinsam an Lösungen arbeiten, damit das Projekt wieder reibungslos fortlaufen kann.


Die Komponenten eines erfolgreichen Projektverlaufes sind in Zukunft klare Rollen zu definieren, die Motivation aufrechtzuerhalten, und transparente und offene Kommunikation in jeder Phase eines Projektes zu pflegen.

Donnerstag, 16. Juni 2011

E-Learning: authentischer Lernprozess mit Kostenersparnis

Die Ausgangssituation: Die Vertriebsleiterin meines Unternehmens kommt auf mich zu und möchte über den Sinn der methodisch-didaktische Umstellung des Trainings sprechen. Sie ist nicht davon überzeugt, dass die Fokussierung auf E-Learning den gleichen Nutzen bringt, wie ein konventionelles Präsenztraining.

Ich würde ihr zunächst sagen, dass ich es sehr gut nachvollziehen kann warum Sie nicht davon überzeugt ist, dass e-Learning den gleichen Nutzen wie Präsenztrainings bringt. Ich hätte nämlich auch den gleichen Zweifel. Meiner Erfahrung nach kann eLearning aber nicht nur den gleichen Nutzen bringen, sondern zudem zusätzliche Benefits gegenüber Face To Face Maßnahmen liefern, und zwar quantitativ sowie qualitativ.

Quantitativ: wesentliche Kostenersparnis

E-Learning ist auf den ersten Blick interessant, weil es die Möglichkeit bietet, Mitarbeiter zu schulen, ohne dass sie den Arbeitsplatz verlassen müssen.

Das kann vor allem eine riesige Kostenersparnis bedeuten. E-Learning lässt sich gut bezahlen vor allem wenn man eine relativ große Anzahl von Mitarbeitern hat, die geschult werden müssen. Dadurch kann man wesentliche Reisekosten sowie Räumlichkeitskosten ersparen.

Bei E-Learning können sich die ursprünglichen Investitionen schnell rechtfertigen lassen. Viele Kosten sind einmalig, deshalb werden E-Learning Maßnahmen immer günstiger, und die Kosten werden schnell amortisiert.

Als long term investment bietet E-Learning einen Mehrwert gegenüber face to face Maßnahmen. Das heisst: E-Learning kann ein sehr effizientes Mittel sein, um Business Probleme zu lösen.

Qualitativ: Methoden sind tiefgehender

Aber wie sieht die Lernqualiität von E-Learning aus? Trotz den erhöhten Kosten sind Face to Face Maßnahmen doch effektiver und von daher eine sicherere Investitition?

Manchmal. Aber E-Learning bietet viele Vorteile an, besonders wenn man innovative Methoden zum Einsatz bringt, die Online Learning ermöglichen.

Online Learning ist zeitlich/räumlich viel flexibler als Face-To-Face Learning. Lernen kann stattfinden, wenn und wo es am besten passt. Eben weil es dirket am Arbeitsplatz stattfindet, kann man leicht Methoden einsetzen, die die eigentliche Arbeit als Lernobjekte integrieren.

Es ist oft so, dass Präsentationen die Schwerpunkte bei Face-To-Face Kursen sind. Dabei sind die Lerner überwiegend passiv während der Trainer das meiste sagt und tut. Außerdem sind diese Lernsituationen manchmal etwas künstlich, da die Lernenden eher etwas abstraktes lernen anstatt learning by doing zu praktizieren.

Bei Online Learning dagegen kann man ganz leicht modernere und effektivere Methoden praktizieren. Social Constructivism ist ein Ansatz, der die ‚neue Welle’ von E-Learning prägt. Dabei arbeiten die Lerner kollaborativ an realen Situationen und Problemen aus dem Arbeitsalltag. Das Lernen ist nicht mehr abstrakt, sondern entspringt aus der realen Arbeit. Dazu kann man ein internes Netzwerk aufbauen—eine Community of Practice—wo Mitarbeiter (Lerner) einander unterstützen und gegenseitig helfen können.

Bei Face to Face Veranstaltungen ist Lernen lediglich ein Event, eine Veranstaltung, wobei Online Learning eher ein Prozess ist. Selbst bei Face to Face Trainings, die viele real-world Aktivitäten enthalten, ist das Lernen meist vorbei, wenn die Veranstaltung vorbei ist. Wir kennen das klassische Syndrom. Mitarbeiter besuchen einen Kurs, sind begeistert, aber der Transfer ist sehr oft nicht ausreichend.

Bei Online Kursen kann das Ganze zu einem authentischen Lernprozess werden, eben weil das Lernen im Arbeitsfluss integriert wird und die vernetzten Lernenden dabei die Möglichkeit haben, sich kontinuierlich beim Lernen zu unterstützen.

Wenn der Online Ansatz im Unternehmen von den Mitarbeitern wirklich angenommen und internalisiert wird, kann das ein riesiger Gewinn für das Unternehmen sein. Dadurch gewinnt man Mitarbeiter, die zu selbstgesteuerten und kontinuierlichen Lerner werden, die viele Herausforderungen meistern können, weil sie die benötigten „Learning Skills and Learning Attitudes“ entwickelt haben.

Mein praktischer Vorschlag für die Vertriebsleiterin? Besuchen Sie selbst einen internen Online Kurs um am eigenen Leib zu erfahren, wie die Möglichkeiten von Online Learning aussehen und wie sie in Unternehmen optimal eingesetzt werden können.

Sonntag, 6. März 2011

Reduced Social Cues führt zu Gehirnsprache statt Körpersprache: Wer schreibt, der bleibt (oder wenigstens sein/ihr Beitrag!)

Unsere Gruppe, die eZLearners, hatten eine sehr produktive Zusammenarbeit im Forum, wo wir uns über unsere Erfahrungen mit Online Kommunikationstools ausgetauscht haben.

Es war eine sehr lebendige Diskussion, in der wir nicht nur über spezifische Tools diskutiert haben, sondern auch unsere Meinungen über die geschickte Verwendung solcher Tools im didaktischen Kontext eingebracht haben.

Ich finde, unsere Gruppe ist eine sehr motivierte Gruppe, die viel Enthusiasmus fürs Lernen und das Thema Mediendidaktik zeigt. Wegen der hohen Motivation lief die Diskussion ganz von allein.

Wir sind mit den reduced social cues sehr gut umgegangen. In gewisser Weise haben die reduced social cues uns sogar geholfen, die Diskussion so produktiv zu gestalten. Da wir uns erst mal face to face ein bisschen kennen gelernt haben, ist es schwer zu sagen, ob so eine Zusammenarbeit geklappt hätte, wenn wir uns vorher nicht getroffen hätten. Ich denke schon, aber die Frage muss einfach unbeantwortet bleiben.

Ich glaube die text-basierte Asynchronität dieser Aufgabe war für uns ein großer Vorteil, und das Forum war das perfekte Vehikel für die Aufgabe. Jeder konnte sich Zeit nehmen zu reflektieren, um die eigenen Beiträge zu formulieren, ohne sofort antworten zu müssen. Erst zum optimalen Zeitpunkt für das jeweilige Mitglied wurde die Meinung geäussert. Das hatte den Effekt, dass die ganze Diskussion etwas tiefgehender ausfiel, als eine reine face to face oder virtuelle synchrone Diskussion gewesen wäre. Es führte auch zu einer ausführlicheren Verarbeitung oder Auseinandersetzung. Wir hatten Zeit die Gedanken der anderen ezies zu lesen und darauf zu antworten (reviewability).

Durch die reduced social cues konnten wir uns mehr auf die Ideen und Reflexionen konzentrieren, als auf die sozialen Elemente. Statt Körpersprache ging es um Gehirnsprache, und das finde ich erfrischend. In so einer Diskussion kann man sich auf die Qualität der Ideen konzentrieren und ist nicht durch Status, Charisma, die Eigenschaften der Stimmen oä. beeinflusst. Ich finde, dass eine gewisse Egalisierung bei so einer Diskussion geschaffen wird. Die social identity kommt nicht vom social status, sondern aus dem Austausch von Ideen.

Natürlich gibt es auch Herausforderungen in so einer asynchronen Diskussion. Die Kohärenz ist manchmal schwierig aufrechtzuerhalten, und es besteht die Gefahr, dass einige Beiträge verloren gehen. Das liegt nicht nur an der Asynchronität, sondern auch an der großen Anzahl der Personen, die an so einer Diskussion beteiligt sind. In einer synchronen Diskussion mit so vielen Personen gehen individuelle Beiträge eigentlich eher unter. Im Forum bleiben die Beiträge stehen. Ich finde, wir haben diese Herausforderung super gemeistert, da wir verschiedene Threads der Diskussion lebendig gehalten haben. Das haben wir erst mal durch die Benutzung des @ Zeichens erreicht, um spezifische Beteiligte anzusprechen. Außerdem denke ich, sind wir auch eine sehr gewissenhafte Gruppe. Wir haben wirklich fast alle Bemerkungen wahrgenommen und darauf kommentiert. Mein Eindruck ist, alle waren gut aufgehoben und daraus ist eine gewisse asynchrone Solidarität entstanden.

Ich meine, je nach Aufgabe ist diese Art von Austausch für unsere Gruppe—und eventuell auch für viele Online Szenarien im Allgemeinen—oft produktiver als synchrone Meetings, die zwar protokolliert werden, aber bei denen viele Ideen einfach nicht in einer nützlichen Form gespeichert sind. Die Ideen in der Forum Diskussion haben eine gewisse Permanenz und können auch später gelesen und reflektiert werden. Das Dokument, das die Moderatorin Eva zusammengefasst hat, ist besonders nützlich und wertvoll. (Thank you Eva!) Natürlich eignen sich synchrone Meetings für Situationen, in denen schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen oder offene Fragen geklärt werden oä. Sich live zu treffen hat definitiv viele Vorteile. Ich meine nur, asynchrone Diskussionen haben auch große Vorzüge, die unsere Gruppe bei dieser Aufgabe so schön erlebt hat.

Third World Farmer: Spieler "erleben" selbst die bittere Realität und müssen ums Überleben kämpfen

3rd World Farmer: A Simulation to Make You Think www.3rdworldfarmer.com


Dieses Serious Game wurde von Studenten an der IT Universität in Kopenhagen entwickelt, um Leute für die düstere Lage und das schwere Schicksal der Farmer aus der dritten Welt zu sensibilisieren. Hier müssen Spieler versuchen, sich und ihre Familie als afrikanische Farmer durchzuschlagen.


Pädagogisches Ziel des Spieles ist, die spezifischen Herausforderungen eines third world farmer zu vermitteln. Durch das Spiel soll gelernt werden, welche Faktoren die Landwirtschaft in diesen Ländern zu solch einem bitteren Kampf des Überlebens machen.


Wie geht das Spiel?


Die Aufgabe des Spielers ist es, eine afrikanische Farm über einige Saisons zu managen. Man startet das Spiel mit $50 und muss sich entscheiden, welche Getreide man anbaut. Am Anfang kann man sich nur leisten, einfache Getreide wie Mais, Weizen, Baumwolle, oder Erdnüsse anzubauen. Man gibt seine Entscheidungen ein und kriegt dann das Ergebnis der Saison. Manchmal geht das gut, und man hat dann ein bisschen mehr Geld. Dann kann man auch Tiere, Werkzeuge, eine Scheune oder eine Quelle anschaffen. Wenn man über ein paar Saisons Erfolg damit hat, kann man auch in Infrastruktur investieren (Klinik, Schule, Telekommunikation). Man kann auch Farm Versicherung kaufen.


Das hört sich alles sehr gut an. Es ist aber gar nicht so einfach. Man wird im Laufe des Aufbauens mit sämtlichen Herausforderungen und Katastrophen konfrontiert. Nachdem man seine Strategie für die Saison eingibt, kann alles möglich auftauchen, was das Ergebnis beeinträchtigt: Da gibt’s zum Beispiel Diebstahl, mächtige Preisschwankungen, Missernte, Dürre, Tier Krankheiten, politische Korruption, Bürgerkrieg, Überfall von Revolutionären, uä.


Selbst die beste Planung ist keine Garantie auf Erfolg.


Ich habe mehrmals gespielt und immer gab’s Katastrophen, wo ich am Ende versagt habe. Es ist möglich, das Spiel zu gewinnen, aber es ist selten der Fall. Im Laufe des Spieles wurde ich frustriert und immer wieder enttäuscht, denn sobald ich ein bisschen Geld gespart hatte, war es mit der nächsten Katastrophe weg. Jede Saison war ein Kampf ums Überleben. Da gibt’s auch Versuchungen: Wenn man pleite ist, gibt’s verschiedene Optionen, Geld auf dubiose Weise zu verdienen: Man kann Opium anbauen oder Mitglied von einer paramilitärischen Gruppe von Radikalen werden. Man wird mit der Frage konfrontiert: eventuell nicht überleben oder solche fragwürdige Aktionen zu machen. Es ist leicht solche Aktivitäten als „schlecht“ zu beurteilen, aber man lernt dabei, wenn die Kinder drohen zu verhungern, wird man verzweifelt und solche Optionen scheinen ein Weg aus der Misere zu bieten.


Was ist der Lerneffekt?


Bei diesem Spiel gibt es eine gelungene Verknüpfung von Spiel und Inhalt. Das Lernen ist sehr gut im Spielfluss eingebettet. Man gibt Entscheidungen ein und bekommt unmittelbar ein Ergebnis. Man erfährt im Laufe des Spiels, dass die ausgeführten Handlungen oft von bitteren äußeren Umständen negativ beeinflusst sind und nichts mit den eigenen Entscheidungen zu tun haben.


Ich fand das Spiel als Serious Game sehr gelungen. Das Spiel ist eine einfache Simulation von einer nicht technischen, sondern sozialen Realität. Es hat eine starke emotionale Auswirkung. Beim Spielen erlebt man ein bisschen wie es ist, ein armer, einfacher Farmer in einem Entwicklungsland zu sein. Man lernt dies auf zwei Ebenen:


1. Die kognitive Ebene: Man lernt beim Spielen, was die spezifischen Faktoren sind, die das Farmen in so einem Land so schwierig machen: Dürre, Bürgerkrieg, etc.

2. Die emotionale Ebene: Es ist zwar nur ein Spiel, aber man erlebt ein bisschen davon, wie das sich anfühlen muss. Man entwickelt dabei ein Bewusstsein für die Misere von diesen Leuten und auch etwas Empathie für sie.


Als Simulation von sozialen Systemen lässt sich das Spiel auch sehr gut in Lernsituationen einbetten. Es wird bereits in vielen Schulen rund um den Globus verwendet. Es lässt sich wunderbar in didaktischen Kontexten verwenden und dient als Diskussionsanreger für kritische Themen wie globale Armut, Hunger, und politische Instabilität.


Nach dem Spiel sieht man eine „Take Action“ Taste, wo man Links zu verschiedenen Hilfsorganisationen bekommt und gleich spenden kann. Ich habe gelesen, etwa 56% der Spieler drücken auf diese Taste. Ich weiß nicht wie viele davon tatsächlich dann spenden, aber es ist immerhin ein Anfang. Als „awareness raiser“ ist das Spiel sehr effektiv. Ich habe auch gelesen, das Spiel wurde bereits von über einer Million Spieler gespielt.


Fazit


Ein sehr gelungenes Serious Game bzw. soziale Simulation mit kognitiven sowie emotionalen Auswirkungen. Highly recommended.

Sonntag, 20. Februar 2011

Von Meinungsführern zu Meinungsgemeinschaften: From the two step to the group dance

Die Theorie der „Two Step Flow“ der Medienkommunikation wurde im Jahr 1940 von Paul Lasarzfeld entwickelt. Nach seiner Auffassung sind die meisten Leute von so genannten Meinungsführern direkt beeinflusst und bilden ihre Meinungen über viele wichtige Dinge von dem Rat dieser Meinungsführer. Die Welt heute ist nicht mehr die lineare Welt, in der Lazarsfeld lebte, sondern viel komplexer und multidimensionaler. Neben klassischer Massenkommunikation gibt es mehrere Formen der medialen Kommunikation.

Meinungsgemeinschaften: Aktive Partizipation statt passiven Konsumieren

Für Lasarzfeld war dieser Kommunikationsfluss unidirektional und irgendwie hierarchisch—von Medien aus durch die Meinungsführer bis zu den „Opinion Followers“. Die ganze Informationskultur ist heutzutage viel mehr multidirektional und demokratisch. Menschen nicht nur passive Empfänger der Botschaften der Massenmedien. Das Internet und besonders die Web 2.0 Entwicklungen der letzten Jahren geben uns die Möglichkeit, viel aktiver an der Informationskultur teilzunehmen.

Heutzutage müssen wir alle nicht nur passive Konsumenten von Medien bleiben, sondern wir können aktive Prosumenten werden. Jeder kann zum Beispiel Blogs schreiben und Inhalte mit einander teilen. Es ist eine Ära der Partizipation. Es gibt heute laut Wikipedia über zwei hundert Million Blogs, und 54% von denen werden täglich aktualisiert. Im Sinne von Web 2.0 sind Leute nicht nur Readers sondern Readers/Writers.

In der Ära des Internets und Web 2.0 gibt es auch „Meinungscommunities“ und nicht nur Meinungsführer.

Durch Social Networking u.ä. wird eine Art Diskussion und Partizipation ermöglicht, die früher gar nicht möglich war. Ganz viele Menschen sind Teil der virtuellen Netzwerke. Innerhalb dieser Netzwerke gibt es zwar einige Opinion Leaders, aber ich glaube man bildet auch seine Meinung durch Gespräche mit Mitgliedern seines persönlichen Netzwerkes. Ich habe es an mir gemerkt, meine Meinung hat sich oft geändert nachdem ich mich mit anderen ausgetauscht habe—auch mit Leuten von denen ich im Grunde politisch entfernt bin. Das ist Meinungsbildung durch Gespräche anstatt durch passives Aufnehmen. Diese Gespräche finden mit Leuten außerhalb der lokalen (Arbeitsplatz, Nachbarschaft, usw.) Netzwerke statt. Das sind Gespräche unbegrenzt von Geographie oder Zeit—nicht nur face to face synchrone Diskussionen sondern auch asynchrone, geographisch verstreute Konversationen.

Diese Art von Kommunikation ist keine Rede von oben (der allwissenden Autorität der „Massenmedien“), sondern informelle Kommunikation unter Peers. Es handelt sich hier um eine Demokratisierung des Wissens.

Alte und neue virtuelle Meinungsführer


Die klassischen Massenmedien sind also nicht mehr unbedingt König. Es gibt im Long Tail viel mehr Kanäle von Informationsquellen.

Ich stimme aber Dr. Merten zu, dass es heute trotzdem viele virtuelle Meinungsführer gibt. In den USA sind zum Beispiel einige davon zu massiven Stars geworden.

Parallel zu dieser Entwicklung gibt es aber innerhalb der persönlichen Netzwerke auch eine neue Art von virtuellen Meinungsführern, die nicht nach Mertens Auffassung bekannte Persönlichkeiten sind. Die neuen virtuellen Meinungsführer können Leute sein, die man persönlich kennt. Sie können auch Freunde von Freunden sein. Die können Leute sein, die ein Blog schreiben. Oder sie sind nach Andy Warhols „Everyone will be a star“ Vorstellung berühmt und haben ihre 15 Minuten im Rampenlicht.

Es gibt auch communities of practice wo Leute in ihrem Fach Meinungsführer sind, die in anderen Bereichen eher Meinungsfollowers sind. Es ist heutzutage so, dass fast jeder zu einer Art Meinungsführer in seinem eigenen Bereich werden kann.

Komplexe Ära der Inklusion und Multidimensionalität

Es ist eine komplexe und multidimensionale Ära in der wir leben. Einige sind Mitglieder einer Meinungscommunity. Einige bilden autonom im Sinne von Merten ihre Meinungen, und gleichzeitig bilden andere ihre Meinungen beeinflusst von bekannten Medienpersönlichkeiten. Da gibt es auch die digitale Kluft, die zu dieser Multidimensionalität einen Beitrag leistet.

Zu Komplexität gehören auch Paradoxe. Dies ist ein era of inclusion. Eine Realität schließt andere Realitäten nicht aus, sondern parallele Welten existieren nebeneinander. Der Philosoph Schopenhauer hat einst gesagt, „In gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.“ Das war wohl immer so, nur jetzt ist es offensichtlicher und wegen der Komplexität dieses Zeitalters vielleicht intensiver denn je.